Umstieg auf Naturshampoo: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

  • Die wichtigsten Infos zur Haarpflege mit Shampoos ohne Silikone, Konservierungsstoffe und Schaumbildner.
  • Der Umstieg von konventionellem Shampoo auf Naturhaarpflege kann etwas Geduld erfordern, da sich Haut und Haare umstellen müssen.
  • Auf bei der Anwendung ist eine Umgewöhnung nötig: Weniger Schaum und Duft, etwas mehr Aufwand.

Der Zauber des Anfangs. Den Optimismus, den Hermann Hesse mit seiner berühmten Gedichtzeile ausdrückt, verspüre ich auch, als ich zum ersten Mal ein Naturshampoo anwende: Endlich weg von den chemischen Zusätzen konventioneller Shampoos, weg von naturbelastenden Rückständen, weg aus dem ewigen Kreislauf von Waschen, Waschen, Waschen, nur damit mein Haar nicht mit fettigen Ansätzen schwer auf meiner Kopfhaut liegt. Ich bin 35 Jahre alt bei meinem ersten Kontakt mit echter Naturhaarpflege und bin genervt von den Auswirkungen konventioneller Shampoos auf mein Haar und meine Kopfhaut. Ich möchte endlich wieder die natürliche Schönheit meines gesunden Haars entfesseln. Ich fühle mich großartig und voller Vorfreude. Tatsächlich: Ein Anfang, dem ein Zauber innewohnt! Doch dann holt mich Realität ein, denn auch ein anderer bekannter Spruch scheint zu stimmen: Aller Anfang ist schwer…

Befreie dein Haar von Silikonen!

Konventionelle Shampoos verschaffen dir auf den ersten Blick wunderschönes, weiches und kämmbares Haar. Dies liegt allerdings nicht unbedingt daran, dass es dein Haar durch diese Produkte gesünder wird. Oft sind in diesen Shampoos nämlich Silikone enthalten, die sich wie ein chemischer Mantel um dein Haar legen. Dadurch bekommen sie Glanz und sie fühlen sich weich an. Das Problem: Durch die Silikonschicht kann dein Haar nicht mehr so gut mit Nährstoffen versorgt werden. Unter der Oberfläche ist es also möglicherweise alles andere als gesund – es droht, zu verhungern. Mein Gedanke dazu: Das Zeug gehört vielleicht zwischen Badezimmerfliesen, aber nicht auf meinen Kopf! Mit der nächsten Haarwäsche ziehst du einen Teil der Silikonschicht von den Haaren. Wenn du dies mit einem Shampoo machst, das keine Silikone enthält, kommt dein halb verhungertes Haar darunter zum Vorschein: spröde, glanzlos, schwer kämmbar. Viele sehen dann nur eine Option: Schnell wieder die nächste Schicht Silikone aufs Haar – ein Teufelskreis. Konventionelle Shampoos enthalten darüber hinaus oft Feuchthaltemittel, Konservierungsstoffe und Weichmacher, etwa Parabene oder Glycerin. An all diese Stoffe haben sich Haut und Haar gewöhnt!

Der Umstieg erfordert etwas Geduld – aber er lohnt sich!

Als ich mein Haar zum ersten Mal mit Naturshampoo wasche, bin ich enttäuscht: Statt des seidigweichen Haars, das ich mir so sehr wünsche, begrüßt mich im Badspiegel ein Nest aus Stroh auf meinem Kopf. Spätestens beim Bürsten kommen mir echte Zweifel. Autsch! Wenn das die Alternative zu konventionellen Shampoos ist, wäre ein pfiffiger Kurzhaarschnitt vielleicht sogar eine bessere Wahl. Ich wische den verzweifelten Gedanken schnell zur Seite. Ein Blick in die Berichte von Leidensgenossinnen im Internet mahnt mich zur Geduld. Der Umstieg sei manchmal etwas kniffelig, lese ich dort. Eventuell fühlen sich also auch deine Haare spröde und trocken an, je mehr von dem Silikonmantel abgewaschen wird. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein: Es sei durchaus möglich, dass die Haare beim Wechsel auf Naturshampoo anfangs schneller nachfetten, erfahre ich bei der Recherche. Ein Grund dafür könne es sein, dass sich die natürliche Regulationsfähigkeit der Kopfhaut zunächst wieder normalisieren müsse. Das ist ein beruhigender Gedanke: Die Talgdrüsen werden mit der Zeit lernen, dass sie nach dem Haare waschen keine Trockenheit mehr ausgleichen müssen. Erst dann werden sie wieder weniger Fett produzieren. Es könne, so lese ich in den Foren, einige Wochen dauern, bis das Silikon und die anderen, künstlichen Substanzen komplett von Haar und Kopfhaut entfernt sind.

Auch an die Anwendung muss ich mich gewöhnen

Der Unterschied zwischen konventionellem Shampoo und Naturshampoo erinnert mich an den zwischen Fastfood und einer feinen Bowl: Zweiteres ist etwas aufwändiger, und die Geschmacksknospen brauchen Zeit, um wieder die feinen Nuancen zu schmecken. Während ich konventionelles Shampoo unter der Dusche gedankenlos ins Haar reibe, bereite ich das Naturshampoo morgens frisch zu – aus Konzentrat in einer professionellen Applikatorflasche. Bei der Anwendung merke ich schnell, dass es keine künstlichen Schaumbildner enthält. Der Schaum-Swoosh unter der Dusche bleibt aus. Auch steigen mir keine starken Aromen in die Nase, dafür der milde Duft natürlicher Öle. Das solltest du also vor dem Umstieg auf Naturshampoo wissen: Natürliche Shampoos duften schwächer und sie schäumen deutlich weniger, denn sie enthalten statt chemischer Schaumbildner wie Sodium Laureth Sulfate milde Zuckertenside, die biologisch abbaubar sind. Weniger Schaum ist übrigens kein Anzeichen für eine schlechtere Qualität oder Reinigungswirkung. Es ist jedoch möglich, dass man sich an das geringere Aufschäumen erst einmal gewöhnen muss.

Wann wird denn nun alles gut?

Ich muss zugeben: Die Zeit nach dem Umstieg ist nicht leicht. Manchmal muss es schlechter werden, bevor es besser wird? Das ist in dieser Zeit so etwas wie mein Mantra. Meine Haare fetten auch nach mehreren Anwendungen fast noch mehr nach als sonst, außerdem fühlen sie sich nach der Haarwäsche nicht richtig sauber an und sehen stumpf aus. Darüber hinaus verspüre ich ein leichtes Jucken auf meiner Kopfhaut. Dabei bin ich doch schon vor zwei Wochen umgestiegen! Das Ziel von Naturshampoo ist es, die natürliche Schönheit deines Haars und die Gesundheit deiner Kopfhaut wiederherzustellen. Sind die künstlichen Substanzen erst einmal entfernt, können die nährenden Inhaltsstoffe ihre Wirkung auf Haut und Haar entfalten – also die natürlichen Stoffe wie Pflanzenöle und Kräuterextrakte. Und auch das braucht etwas Zeit. In Kombination mit der richtigen Bürstentechnik wird dein Körper mit Naturshampoo und etwas Geduld ganz automatisch wieder ins Gleichgewicht finden. Das gilt selbstverständlich nur dann, wenn keine ernsthafte Krankheit die Ursache von Problemen mit dem Haar oder der Kopfhaut sind. In diesem Fall solltest du natürlich bitte mit einem Arzt sprechen! Auch bei Naturkosmetik kann es übrigens sein, dass du einen der verwendeten Inhaltsstoffe nicht verträgst. In diesem Fall solltest du einfach ein anderes Produkt ausprobieren.

Geglückter Umstieg: Manchmal wohnt der Zauber also doch in der Ausdauer

Woche fünf. Das Haar: seidig. Die Kopfhaut: entspannt. Ich wasche mein Haar jetzt seltener, da es viel langsamer fettig wird. Und an die Anwendung habe ich mich auch gewöhnt – es ist jetzt mehr ein Ritual, bei dem ich selbst im Zentrum stehe, als eine lästige Pflichtübung. Und ich bin etwas stolz auf mich selbst, dass ich durchgehalten habe. Für dich stellt sich jetzt vielleicht die Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Umstieg gekommen? Wenn du in den nächsten Tagen ein Date oder ein Bewerbungsgespräch hast, solltest du vielleicht noch etwas mit dem Umstieg warten. Wenn du die Chemie in deinem Bad aber möglichst schnell loswerden willst, gibt es eigentlich keinen Grund zu zögern. Denn ein Blick in die Inhaltsstoffe konventioneller Shampoos gibt dir viele Gründe für einen Umstieg auf Naturshampoo. Mache dich auf den Weg! Auf der anderen Seite findest du zauberhaftes Haar – nur eben nicht am Anfang der Strecke...

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