Alles über (Weizen-)Proteine in Shampoos

  • Was haben Weizenproteine mit Keratin und der Haarstrucktur zu tun?
  • Weiches und glänzendes Haar durch Weizenproteine im Shampoo?
  • Sind Weizenproteine bei Glutenunverträglichkeit ein Problem?

(Weizen-)Proteine – das klingt nach Fitnessstudio oder Sportlernahrung. Was haben Proteine denn mit Shampoos zu tun? Dieser und anderer Fragen gehen wir in diesem Artikel nach. Denn Proteine, genauer gesagt Weizenproteine, tragen im Shampoo dazu bei, dass Deine Haare sich gut kämmen lassen und glänzen. Deswegen nehmen wir sie heute etwas genauer unter die Lupe.

Was sind Proteine überhaupt und wofür sind sie da?

Proteine kennst du vielleicht auch unter dem Begriff „Eiweiß“, denn so werden sie häufig auch genannt. Sie gehören zu den grundlegenden Baustoffen aller Zellen und haben viele Funktionen in unserem Körper: Sie transportieren Stoffe oder steuern chemische Reaktionen. Sie können Antikörper sein oder durch Formveränderung das Zusammenziehen der Muskeln ermöglichen. Wichtige Dinge, aber was hat das mit Shampoo und Haaren zu tun? In Bezug auf das Haar ist eine andere Funktion von Proteinen wichtig: Als Strukturproteine geben sie Zellen ihre Form und geben Gewebe seine Festigkeit und Elastizität.

Keratin – der Stoff aus dem die Haare sind

Das Strukturprotein für Haare ist das Keratin. In manchen Shampoos ist auch Keratin enthalten. Einen dauerhaften Effekt auf die Haarstruktur haben diese Shampoos allerdings nicht. Deine Haare bestehen zwar aus Keratin, das wird aber in der Haarwurzel selbst gebildet. Das herausgewachsene Keratin – sprich deine Haare – sind keine lebenden Zellen mehr. Sie können also keine Wirkstoffe verstoffwechseln. An sie können aber (Wirk-)Stoffe angelagert werden - wie zum Beispiel Keratin. Die Wirkung eines Keratinshampoos baut sich erst allmählich auf, also nach vielen Haarwäschen, und hält nur solange du das Keratinshampoo benutzt. Das klingt eigentlich gut -warum ist in Wildschön Clean Beauty Produkten kein Keratin drin? Das liegt daran, dass Keratin in Shampoos nicht in seiner Reinform verwendet werden kann. Oft sind Chemikalien und Konservierungsstoffe notwendig, damit es im Kosmetikbereich verwendbar ist (speziell bei Keratin gibt es eine Diskussion in Zusammenhang mit Formaldehyd). Außerdem wird Keratin oft aus Schafswolle gewonnen – es ist also nicht vegan. Wir von Wildschön Clean Beauty verwenden konsequent  natürliche Inhaltsstoffe, von denen wir überzeugt sind. Deswegen haben wir uns gegen Keratin und stattdessen für Weizenproteine entschieden. Doch was bewirken Weizenproteine im Shampoo? Und was sind Weizenproteine überhaupt?

Beginnen wir mit der Frage: Was sind Weizenproteine?

Weizenproteine findest du auf der Liste der Inhaltsstoffe (INCI) meist unter der englischen Bezeichnung, „Hydrolyzed Wheat Protein“ (auf Deutsch: hydrolysiertes Weizenprotein). Sie sind ein zugelassener Inhaltsstoff für Kosmetik und werden als unbedenklich für die Gesundheit eingestuft. So weit, so gut – aber warum sind die im Shampoo? Weizenproteine haben im Shampoo drei wichtige Aufgaben: Erstens pflegen sie die Kopfhaut. Zweitens wirken sie antistatisch, weil sie elektrische Oberflächenladung neutralisieren (Ergebnis: Die Haare fliegen weniger). Und drittens sind sie haarkonditionierend. Letzteres bedeutet: Sie machen dein Haar gut kämm-/bürstbar, geschmeidig, weich und glänzend. Außderm bekommt es durch das Weizenprotein Volumen und Kraft. Klingt alles wunderbar – aber wie funktioniert das?

Weizenproteine umhüllen das Haar

Eine glattere Oberfläche sorgt für Kämmbarkeit und Glanz

Dafür kommen wir nochmal auf einen Wirkaspekt von Inhaltsstoffen in Shampoos zurück: Das Anlagern. Denn genau das machen Weizenproteine: Sie lagern sich an die äußeren Keratinschuppen der Haaroberfläche an und machen das Haar glatter. Glatte(re) Oberflächen glänzen mehr, und so ist das auch bei deinen Haaren. Außerdem verlieren glattere Haare weniger Feuchtigkeit und brechen nicht so leicht. Durch diesen Glättungseffekt helfen Weizenproteine, dein Haar vor äußeren Einflüssen wie Föhnen zu schützen. Sie werden deswegen auch als natürlicher Filmbildner bezeichnet. In konventionellen Shampoos werden diese Effekte übrigens oft mit Silikonen erzielt. Vielleicht bist du oben kurz über das Word „hydrolysiert“ gestolpert. Das klingt so, als wäre da etwas mit dem Weizenprotein gemacht worden. Genau dieses Wort hat etwas mit der nächsten Frage zu tun:

Wie wird Weizenprotein überhaupt hergestellt?

Der kleine Zusatz „hydrolysiert“ verrät in diesem Fall das Herstellungsverfahren: die Hydrolyse. Dabei wird eine chemische Verbindung wieder getrennt, und zwar mithilfe von Wasser und einer Säure oder Enzymen. Stoffe, die hydrolysiert wurden, waren vorher also mit einem anderen Stoff verbunden. Im Fall von Weizenprotein war dieses mit der Stärke im Weizen verbunden und wird durch die Hydrolyse von ihr getrennt. Das Ganze läuft in etwa so ab: Weizenmehl wird mit Wasser zu einem glatten Teig vermischt. Dieser Teig ruht dann einige Zeit. Anschließend wird der Teig unter Wasser ausgewaschen. Das bedeutet, er wird so lange im Wasser geknetet, bis das Wasser fast klar ist. Bis das soweit ist, muss das Wasser natürlich einige Male gewechselt werden. Es bleibt eine ziemlich zähe Masse übrig, die anschließend getrocknet und gemahlen wird. Et voilá – da haben wir es, das hydrolysierte Weizenprotein und können es Kosmetikprodukten hinzufügen. Durch die Hydrolyse wird das Weizenprotein übrigens nicht nur von der Stärke getrennt, sondern auch so klein, dass es sich mit der äußeren Keratinschicht deiner Haare verbinden kann.

Stichwort Unverträglichkeiten: Sind Weizenproteine im Shampoo problematisch?

Manche Menschen leiden an einer Glutenunverträglichkeit. Gluten ist ein Sammelbegriff für Proteinmischungen, die im Samen bestimmter Getreide vorkommen (z. B. im Weizen, Dinkel oder Roggen). Jetzt könnte man vermuten, dass diese Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit auch glutenfreie Kosmetik verwenden müssen. Zum Teil stimmt das auch, zumindest wenn die Kosmetikprodukte in den Magen-Darm-Trakt gelangen können. Das kann zum Beispiel bei Lippenstiften oder Mundspülungen der Fall sein. Auch wenn das Mini-Mengen sind, kann das Menschen mit Glutenunverträglichkeit schon Probleme bereiten. Kosmetikprodukte, die nur äußerlich angewendet werden, sind hier allerdings unproblematisch. Solange du weizenproteinhaltige Shampoos also nicht trinkst, kannst du sie problemlos anwenden, auch wenn du an einer Glutenunverträglichkeit leidest.

Fazit: Weizenprotein ist ein natürlicher Inhaltsstoff mit vielen positiven Wirkungen

Weizenproteine gehören zu den unbedenklichen Inhaltsstoffen, die in Kosmetik verwendet werden. Sie kommen natürlich im Weizenkorn vor und werden mithilfe der Hydrolyse von der Stärke getrennt. Als natürliche Filmbildner lagern sich von außen an das Haar an. Das hat viele positive Effekte: Die Haare fliegen weniger, sie halten die Feuchtigkeit besser und werden glatter. Das lässt sie schön glänzen und weniger leicht brechen. Außerdem pflegen Weizenproteine auch deine Kopfhaut. Da ein Shampoo nur äußerlich angewendet wird, sind weizenproteinhaltige Shampoos bei einer Glutenunverträglichkeit kein Problem. Wenn du jetzt Lust auf natürlich schöne Haare bekommen hast, dann probier‘ doch mal unsere Wildschön Clean Beauty-Shampoos aus!